Der Erzabbau im Erzgebirge zu Beginn des 16. Jahrhunderts war ohne Wasser nicht möglich.
Aus diesem Grund beauftragten die Bergbaugesellschaften aus Horní Blatná den Baumeister Štěpán Lenko mit dem Bau eines zwölf Kilometer langen Wassergrabens. Über ihn wurde Wasser aus dem Einzugsgebiet des Flusses Černá bei Boží Dar zur Versorgung der Bergbau- und Hüttenbetriebe in Horní Blatná geleitet. Für die damalige Zeit handelte es sich um ein einzigartiges technisches Bauwerk.
Der Wassergraben verläuft auf den Kämmen des Erzgebirges in einer Höhe von 945–975 Metern, von den Mooren bei Boží Dar über Ryžovna und Bludná und wendet sich auf der Nordseite des Blatná-Berges oberhalb von Horní Blatná. Nach seiner Fertigstellung setzte eine stürmische Entwicklung des Bergbaus nicht nur in der Umgebung von Horní Blatná, sondern im gesamten Gebiet entlang des Wasserbauwerks ein.
1980 wurde der Blatná-Graben zum technischen Kulturdenkmal erklärt. Später wurde er vollständig rekonstruiert und entlang des Grabens ein Lehrpfad angelegt. Dieser beginnt etwa 1,5 Kilometer hinter Boží Dar und endet unweit von Horní Blatná.


